Minenjagdboot Bad Bevensen (M 1063)

Marineschule Mürwik


Die Marineschule Mürwik (MSM) wurde von 1907 bis 1910 von Baurat Adalbert Kelm von der Marinebauverwaltung in Kiel nach Vorbild der Marienburg als Marineakademie der Kaiserlichen Marine gebaut. Sie diente später auch der Reichsmarine und der Kriegsmarine als Ausbildungsstätte für die Seeoffiziere. Die MSM liegt direkt an der Flensburger Förde und wird auch rotes Schloss am Meer genannt.
Die Marineschule war Nachfolger des 1888 fertiggestellten heutigen Landtagsgebäudes Schleswig-Holsteins in Kiel als damalige Ausbildungsstätte der Kaiserlichen Marine. Mit dem Ersten Flottengesetz 1898 begann die Aufrüstung der Flotte und es mussten statt 70 bis 80 Kadetten nunmehr 200 pro Jahrgang ausgebildet werden. Deshalb schlug der damalige Staatssekretär des Reichsmarineamtes Admiral Alfred von Tirpitz den Neubau in Mürwik vor. Vizeadmiral Volkmar von Arnim äußerte sich insoweit, als er Kiel als Gefahr für die Moral des Marinenachwuchses sah, die man aber in Mürwik weit von der nächsten Stadt entfernt unter Kontrolle halten konnte. Am 22. Juni 1903 genehmigte Kaiser Wilhelm II. die Verlegung. Der Magistrat der Stadt Flensburg unterstützte die Verlegung am 9. Mai 1905, indem er ein 15 Hektar großes Gelände an der Flensburger Förde unter der Bedingung, dass die Marineschule bis zum 1. April 1909 dorthin verlegt werden würde, kostenlos zur Verfügung stellte. 1907 wurde der Grundstein gelegt und letztendlich am 21. November 1910 weihte der mit dem Depeschenboot Sleipner anreisende Kaiser den Neubau ein.
Nach dem 3. Mai 1945 war die Schule kurzzeitig Teil des Sonderbereichs Mürwik und diente der geschäftsführenden Reichsregierung unter Großadmiral Karl Dönitz als Regierungssitz. Am 13. Mai 1945 kam es zu einem Zwischenfall, bei dem der Kommandeur der Schule Wolfgang Lüth von einem Wachsoldaten erschossen wurde. Am 23. Mai 1945 besetzten die Alliierten den Sonderbereich Mürwik und verhafteten die Regierung Dönitz.
Nach dem Weltkrieg wurde die Schule zunächst als Lazarett, dann als Pädagogische Hochschule und als Zollschule genutzt. Im November 1956 wurde die Schule von der neu gegründeten Bundesmarine (seit 1990 „Deutsche Marine“) übernommen, die dort bis heute ihre Offiziere ausbildet. [1]Seitdem führt sie ihren heutigen Namen.

 

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